Sozialer Status der Berufsbildung

Verbesserung der gesellschaftlichen Anerkennung der dualen Berufsbildung

Unbefriedigender Status der Berufsbildung

Die duale Berufsbildung ist in der Schweiz bei Weitem der bevorzugte B ildungsweg. Wesentliche volkswirtschaftliche Vorteile der Schweiz beruhen auf der dualen Berufsbildung. Der soziale Status der Berufsbildung entspricht dem indessen nicht. Im Vergleich zum Status der gymnasialen und akademischen Ausbildung schneidet er eher schlecht ab.

Der tiefere soziale Status kann sich nachteilig auf die Bildungspolitik und den Einsatz öffentlicher Mittel für die Berufsbildung auswirken. Bereits wahrnehmbar ist eine Tendenz zu Akademisierung, indem mehr und mehr Inhalte der Berfufsbildung in Schulen, insbesondere in Hochschulen verschoben werden sollen. Ausgeprägt ist die Tendenz insbesondere bei Berufen des Dienstleistungsbereichs. Der Berufsabschluss soll - nach englischem Vorbild - mit entsprechend Titeln (Bachelor, Master) versehen werden. Der bisher erfolgreiche duale Weg würde damit nach und nach verlassen.

Fakten und Hypothesen

Das Forschungsprojekt will zunächst geeignete Kriterien und Verfahren für die Messung des sozialen Status der Berufsbildung entwickeln. Danach sollen Messungen erfolgen. Die Messergebnisse sollen einen Blick auf die massgebenden Determinanten des sozialen Status der Berufsbildung ermöglichen.

Danach soll die Hypothese überprüft werden, dass der soziale Status der Berufsbildung sowohl von individuellen Kosten-Nutzen-Abwägungen abhängt, wie auch von bestimmten kulturellen, sozialen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen.

Weiter soll der Hypothese nachgegegangen werden, wonach der soziale Status erheblich die Berufsentscheidungen der Auszubildenden und das Rekrutierungsverhalten der Unternehmen beeinflusst.

Wege zur Verbesserung

Das Forschungsprojekt sollte schliesslich Wege aufzeigen, wie der soziale Status der Berufsbildung gestärkt und die Schwächung der dualen Berufsbildung in der öffentlichen Wahrnehmung vermieden werden könnte.



Partner

Das Projekt wird vom Forschungsbereich Bildungssysteme an der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich durchgeführt. Das interdisziplinäre Forschungsteam des Bereichs Bildungssysteme untersucht Akzentverschiebungen in Bildungssystemen angesichts von Globalisierung, alternder Gesellschaft und rasantem technologischem Wandel. Zudem erforscht das Team die Merkmale der leistungsfähigsten Bildungssysteme der Welt, die auch im Einklang mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes stehen.

Ein Zwischenbericht zum Forschungsprojekt wurde im Juni 2016 unter dem Titel "Leistungsstarke Jugendliche stärken das Ansehen der Berufsbildung" in der Zeitschrift "Die Volkswirtschaft" des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO publiziert.

Die Stiftung engagierte sich von April 2014 bis März 2017 jährlich mit CHF 50‘000.

Website: www.kof.ethz.ch/de/forschung/projektdatenbank/fbb/fp/08-469